Für ein gutes Leben für mehr Menschen

Ein gutes Leben für mehr Menschen! Wer wollte das nicht. Aber warum gelingt es nur mühsam, dies zu erreichen? Warum ist es nicht leicht, das Erreichte zu halten? Warum erreichen meist nur wenige den gewünschten Wohlstand und sind doch nicht zufrieden? Darauf gibt es keine einfachen Antworten.

Jedenfalls liegt es nicht an zuwenig Nahrung, Material, Energie oder guten Absichten. Vielmehr liegt es 

  • an der ungleichen Verteilung von Nahrungs- und Produktionsmitteln, 
  • dem verschwenderischen Umgang mit ihnen,
  • weil sie nach der Nutzung überwiegend nicht wiederverwertbarer Abfall statt Nahrung für die biologischen Kreisläufe und Ressource für die technischen Kreisläufe sind, die sie hervorgebracht haben oder 
  • weil Menschen einander misstrauen oder ihre Verhältnisse als ungerecht empfinden. 

Liegt es an dann an zu wenig persönlicher Redlichkeit? Nein, denn die meisten Menschen handeln im guten Glauben und nach besten Wissen. Und doch entstehen Lebensverhältnisse, die als ungenügend oder ungerecht empfunden werden oder Verhaltensweisen, die Leid erzeugen und Leben zerstören.

Wir stehen also täglich vor der Aufgabe, zu klären, ob das was wir persönlich als zufriedenstellend und gerecht empfinden auch der allgemeinen Zufriedenheit und der allgemeinen Gerechtigkeit dient. Das Ergebnis dieser Klärung sind die Rechte und Pflichten,

  • die die Würde des Menschen unabhängig von dessen Abstammung, Herkunft, Geschlecht, Glaube, Eigentum oder sonstigen Umständen achtet
  • Die jedem Menschen ein Recht auf ein Armut verhinderndes und gesellschaftliche Teilnahme sicherndes Leben ermöglicht und
  • Die die natürlichen Lebensgrundlagen einer begrenzten Erde bewahrt, die wir von unseren Vorfahren geerbt und von unseren Nachfahren anvertraut bekommen haben. 

Zu den größten Errungenschaften der Menschheit gehören deshalb

  • Menschenrechte und Menschlichkeit als Zeichen unseres Respekts vor der Würde eines jeden Menschen 
  • Demokratie, Gewaltentrennung und Rechtsstaatlichkeit als Mittel gegen Machtmissbrauch, Korruption und Willkür
  • Gleichberechtigung sowie sexuelle, religiöse und informationelle Selbstbestimmung als Zeichen unseres Respekts vor der Freiheit eines jeden Menschen
  • Bildung und Ethik als Schutz vor der Gnadenlosigkeit menschlicher Fehleinschätzung 

Wie sind also eine Gesellschaft und Wirtschaft beschaffen, die Menschen in allen Lebenslagen wertschätzt und Natur in seiner Vielfalt erhält?

Eine Kultur des „mehr haben wollen“ bedarf der Idee der persönlichen Bereicherung und der Angst vor Verlust des Ansehens oder des Vermögens. Eine Kultur des „gut leben wollen“ bedarf der Idee der persönlichen Reifung und der Freiheit zu Kooperation und Bildung.

Die praktische oder ethische Handlungsempfehlung ist: „Handle und entscheide dich stets so, dass du durch dein Handeln und Entscheiden eigenes und fremdes Leben und Glück eher mehrst als minderst.“ 

Die "erste Aufklärung" hat uns den Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit gebracht und uns von der Sklaverei des Geistes befreit.

Das freie Bürgertum und das freie Wirtschaften haben uns Wohlstand gebracht, aber die Gnadenlosigkeit menschlicher Fehleinschätzung, die Missachtung unter den Menschen und der Missbrauch von Freiheit haben auch die menschlichen und natürlichen Ressourcen in unverantwortlicher Weise zu Lasten heutiger und künftiger Generationen übernutzt.

Wenn alles gut geht, wird uns eine "zweite Aufklärung" – der Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Rücksichtslosigkeit – mit den Mitmenschen und der Natur versöhnen und die Lebenszufriedenheit aller mehren.

Das grundlegendste Mittel gegen Ungleichbehandlung und Ungerechtigkeit sind die allgemeine Anerkennung und vorbehaltlose Verteidigung der Menschenrechte sowie die umfassende Akzeptanz der Würde aller Menschen, ihrer unveräußerlichen Freiheit und Gleichheit und ihrer Solidarität untereinander bestens beschrieben in den allgemeinen Menschenpflichten. 

Ohne Wirtschaftlichkeit schaffen wir es nicht, ohne Menschlichkeit ertragen wir es nicht, ohne Gemeinschaft erleben wir es nicht.

Es geht um allgemeine Zufriedenheit in einer menschlichen und gerechten Welt.