Ich will Vollgeld von der Monetative 

Ich fordere das Ende der Giralgeldschöpfung durch die Banken und die ausschließliche Geldschöpfung durch die unabhängige staatliche Zentralbank. Diese wird zu einer demokratisch legitimierten, öffentlich-rechtlichen Einrichtung aufgestuft - der Monetative.

Es geht um Geldschöpfung in öffentlicher Hand

Das Geld muss wie das Recht ein Gemeingut sein, dessen Gewinne aus der Geldschöpfung (Seigniorage) zur Einnahme des Gemeinwesens werden (Bundesbankgewinne) und dessen Menge dem Ziel der Geldwertstabilität (Kaufkraft) unterliegt.

Der Volksmund weiß: Geld regiert die Welt. Doch wer regiert das Geld? Die Antwort ist seit 500 Jahren bekannt und doch überraschend und angesichts der weltweiten Währungs-, Finanz- und Schuldenkrisen von höchster Bedeutung zur Wiederherstellung eines soliden und dienenden Finanzsystems.

Alle benutzen Geld, aber die Funktionsweise des Geldsystems bleibt weithin so nebulös wie die Begriffe ‘fraktionales Reservesystem’ oder ‘multiple Geldschöpfung’. Dies liegt im Interesse der Banken. Sie haben die Geldschöpfung den staatlichen Zentralbanken aus der Hand genommen. Die Zentralbanken geben im wesentlichen nur das Bargeld in Umlauf, das lediglich 5–20 Prozent der Geldmenge ausmacht. Der Löwenanteil von 80–95 Prozent zirkuliert inzwischen bargeldlos und wird von den Banken in Umlauf gesetzt: per Kredit als Guthaben auf den Girokonten der Kunden.

Zuletzt diente ein Großteil der Geldschöpfung nur mehr bloßen Finanzgeschäften, die keinen Nutzen mehr für die Realwirtschaft, aber umso größeren Schaden für sie mit sich brachten. Börsen- und Konjunkturzyklen werden durch die verselbständigte Bankengeldschöpfung verantwortungslos in Extreme getrieben – manisch überschießend in Hochkonjunktur und Hausse, verstockt und depressiv in den nachfolgenden Überschuldungskrisen. 

Geraten die Banken dabei selbst in Schieflage, stehen die Guthaben der Kunden auf dem Spiel. Verbürgt sich der Staat für bedrohte Guthaben und Banken, werden damit die Verluste der Banken auf die Allgemeinheit abgewälzt, während die Profite privat angeeignet werden.

Die Banken sind keinen gesamtwirtschaftlichen, geschweige denn gesellschaftlichen Zielen verpflichtet. Ihnen die für die Allgemeinheit höchst folgenreiche Aufgabe der Geldschöpfung zu überlassen, ist ordnungspolitisch unvertretbar. In der modernen Gesellschaft ist die Geldordnung Teil der Rechtsordnung, tatsächlich eine Frage von Verfassungsrang.

Die privaten Banken erzeugen mehr als 90% des Geldes weltweit aus dem Nichts durch Ausgabe von Krediten, die nur zu einem Bruchteil durch die sogenannte Mindestreserve abgesichert sind. Das Geld kommt zu ca. 90% als Schuld in die Welt und nicht als Gemeingut wie es z.B. bei Bargeld der Fall ist.

Warum ist nicht Geld ein der Allgemeinheit dienendes Zahlungsmittel?

Zuletzt diente der Großteil der Geldschöpfung nur mehr bloßen Finanzgeschäften, die keinen Nutzen mehr für die Realwirtschaft, aber umso größeren Schaden für sie mit sich brachten. Börsen- und Konjunkturzyklen werden durch die verselbständigte Bankengeldschöpfung verantwortungslos in Extreme getrieben – manisch überschießend in Hochkonjunktur und Hausse, verstockt und depressiv in den nachfolgenden Überschuldungskrisen. 

Geraten die Banken dabei selbst in Schieflage, stehen die Guthaben der Kunden auf dem Spiel. Verbürgt sich der Staat für bedrohte Guthaben und Banken, werden damit die Verluste der Banken auf die Allgemeinheit abgewälzt, während die Profite privat angeeignet werden.

Die Banken sind keinen gesamtwirtschaftlichen, geschweige denn gesellschaftlichen Zielen verpflichtet. Ihnen die für die Allgemeinheit höchst folgenreiche Aufgabe der Geldschöpfung zu überlassen, ist ordnungspolitisch unvertretbar. In der modernen Gesellschaft ist die Geldordnung Teil der Rechtsordnung, tatsächlich eine Frage von Verfassungsrang.

In unserer arbeitsteiligen Wirtschaftsordnung ist Geld ein unabdingbares Gemeingut für den Erhalt den Aufbau und Erhalt von Haushalten und Unternehmen. Geld gibt es als Bargeld und Bankgeld. Das Bargeld wird durch den Staat geschöpft, das Bankgeld entsteht durch Kreditvergabe privater Institutionen. Beides ist die Geldmenge mit der wir konsumieren, investieren, vorsorgen, sparen, spekulieren oder materiellen Reichtum anhäufen. 

Am Beispiel vieler Wirtschaftskrisen ist erkennbar, dass diesen immer erst eine Finanzkrise und dieser eine Geldkrise vorausging. Zuviel oder zuwenig Geld im Verhältnis zur Summe aller produzierten Güter und Dienstleistungen (Geldmenge im Verhältnis zu Bruttosozialprodukt) führt letztlich zu Inflation, Deflation oder Depression. Der Zinseszinseffekt führt zu einem Wachstumszwang.

Heute werden mehr als 90% des umlaufenden Geldes durch private Geldgeber „auf Knopfdruck“ erzeugt und mit Zinssystem versehen in Umlauf gebracht. Das ist einerseits gut, hat aber auch zur Spekulation weniger mit dem Wohl vieler geführt.

In der Geschichte der Gelderzeugung gab es private Monopole (Münzrechte, Giralgeld) und staatliche Monopole, aber aufgrund der Erfahrung mit Missbrauch und Gier wurde die Geldschöpfung letztlich immer vergesellschaftet.

Vergesellschaftet heißt, dass eine unabhängige Bundesbehörde, die Bundesbank, die der Stabilität und Solidität unseres Finanzsystems verpflichtet ist, das Geldsystem regelt. 

Beispiele für eine Vergesellschaftung der Geldschöpfung sind, dass in Deutschland der Staat nicht sein eigenes Geld machen kann (das wäre eine vollständige Verstaatlichung der Geldschöpfung) und der private Geldgeber keine Kredite ohne Mindestreserven vergeben kann (also keine vollständige Privatisierung der Geldschöpfung).

Das ist gut so, denn nur so wird eine unverantwortliche Anhäufung von Macht beim Staat oder der Finanzwirtschaft verhindert. 

Heute jedoch haben wir eine zu starke Privatisierung des Geldwesens, das Gemeinwesen ist erpressbar geworden, Gewinne können privatisiert und Verluste sozialisiert werden. Das drückt die Politik dann so aus: „die Bankenrettung ist alternativlos“. 

 Der meines Erachtens überzeugendste Ansatz ist Vollgeld und Monetative.

Die Wurzel der jüngsten Finanzkrisen liegt im heutigen Geldsystem. Es erzeugt überschießend Bankengeld per Kredit und fördert damit Spekulationsblasen ebenso wie Inflation und die maßlose Überschuldung vieler Beteiligter. Finanz- und Realwirtschaft können nur funktionieren auf der Grundlage einer stabilen und gerechten Geldordnung. Deshalb setzen wir uns ein für

  • die Wiederherstellung des staatlichen Vorrechts der Geldschöpfung
  • die Beendigung jeglicher Bankengeldschöpfung
  • die Inumlaufbringung neuen Geldes durch öffentliche Ausgaben.

Vollgeld, nicht Verstaatlichung der Banken

Alles Geld soll ausschließlich von einer unabhängigen öffentlichen Stelle geschöpft werden. In der Europäischen Währungsunion fällt diese Rolle der Europäischen Zentralbank und ihren nationalen Mitgliedsbanken zu. Sie sollen endgültig zur Vierten Gewalt im Staat werden: zur Monetative, in Ergänzung der Legislative, Exekutive und Judikative. Die Zentralbank, ähnlich wie die Gerichte, muss unabhängig gestellt und nur dem Gesetz verpflichtet sein - unabhängig gegenüber Begehrlichkeiten von Regierung und Parlament, aber auch gegenüber Forderungen der Banken und anderer Geschäftsinteressen. In einer solchen Geldordnung können auch lokale Komplementärwährungen oder kooperative Verrechnungssysteme ihren Platz haben.

Die angestrebte Reform der Geldschöpfung ist einfach: Die Guthaben auf Girokonten werden zu gesetzlichen Zahlungsmitteln gleich Münzen und Banknoten erklärt. Nur noch das System staatlicher Zentralbanken – die Monetative – ist autorisiert, diese Zahlungsmittel zu schöpfen. Dadurch geschieht mit dem unbaren Geld heute das gleiche wie bis vor hundert Jahren mit den Banknoten. Damals wurden privat ausgegebene Banknoten durch staatliche Zentralbanknoten ersetzt. Heute geht es darum, das instabile und unsichere Giralgeld der Geschäftsbanken zu staatlichem Vollgeld zu machen. Das heute nur teilverstaatlichte Geld (5–20% Münzen und Banknoten) wird so vollends verstaatlicht, nicht aber die Banken.

Regierung und Parlament hätten an die unabhängige staatliche Zentralbank keinerlei Ansprüche zu stellen. Jedoch soll das diskretionär neu geschöpfte Geld zinslos der Regierung überlassen werden, die es durch öffentliche Ausgaben in Umlauf bringt. Zuletzt handelte es sich in der Europäischen Währungsunion um 200-350 Milliarden Euro jährlich, davon in Deutschland 60 Milliarden. Das waren 5,5 Prozent des öffentlichen Gesamthaushalts. Dieser Geldmengenzuwachs war überschießend, aber auch weniger davon ist immer noch sehr viel Geld, das den öffentlichen Kassen entgeht.

Private und öffentliche Geschäftsbanken können an den Finanzmärkten im gesetzlichen Rahmen weiterhin frei agieren. Lediglich können sie kein Giralgeld mehr schöpfen, sondern nur mit dem Geld operieren, das sie selbst einnehmen oder am Geldmarkt oder von Kunden aufnehmen, und das sie somit bar in der Kasse oder unbar auf ihrem Zentralbankkonto haben.

Die Unterbindung der Bankengeldschöpfung kann auf einfache und reibungslose Weise erfolgen: Die bisherigen Girokonten der Kunden werden aus der Bankenbilanz herausgelöst und separat als Geldkonten in eigenem Recht geführt.

Ein Vollgeld-System im Interesse der Allgemeinheit

Eine solche Reform hätte fünf bedeutende Vorteile:

  • Erstens wäre das Geld sicher, auch ohne Staatsgarantie, denn unbare Geldguthaben könnten bei Insolvenz nicht mehr verschwinden. Der allgemeine Zahlungsverkehr wäre auch in einer Bankenkrise nicht gefährdet. Politik und Öffentlichkeit wären durch Bankenkrisen nicht mehr erpressbar.
  • Zweitens wären der Über- und Untersteuerung des Geldangebots durch die Banken Grenzen gesetzt. Für spekulative Exzesse auf Pump (leverage) ginge den Märkten der allzu billig verfügbare Geldtreibstoff aus. Der Geldfluss würde sich verstetigen, Konjunktur- und Börsenzyklen würden moderater verlaufen.
  • Drittens, und im Gegensatz zur heutigen inflationären Geldschöpfung der Banken, hätte die Zentralbank die Geldmenge erstmals unter vollständiger Kontrolle. Sie kann Spekulationsblasen und Preisinflation wirkungsvoll vorbeugen, indem sie die Geldmenge in Übereinstimmung mit dem realwirtschaftlichen Entwicklungs-potenzial steuert.
  • Viertens käme der laufende Gewinn aus der Geldschöpfung - die Seigniorage - ungeschmälert dem öffentlichen Haushalt zugute, nicht länger den Banken als unverdienter Extragewinn. Ein inflationsneutraler Zuwachs der Geldmenge entspricht dem zu erwartenden Wachstum der Realwirtschaft. So entsprechen nach heutigen Maßstäben 1-2-3 Prozent Wirtschaftswachstum in Deutschland einem Geldmengenzuwachs und somit einer Seigniorage in Höhe von 25-50-75 Mrd Euro. Damit lassen sich 2,4 - 4,8 - 7,2 Prozent der öffentlichen Gesamt-ausgaben bestreiten.
  • Fünftens, und aktuell von besonderer Bedeutung, ergibt sich die buchstäblich einmalige Gelegenheit, die drückende Staatsschuld in wenigen Jahren um zwei Drittel abzubauen – geräuschlos und ohne schmerzliche Einschnitte. Denn mit der Reform tritt Vollgeld, das per Seigniorage in Umlauf kommt, an die Stelle des heutigen, verzinslich per Kredit geschöpften Geldes – zum einen des Giralgeldes, darüber hinaus der Kreditschulden der Banken bei der Zentralbank. Dieser verzinsliche Bestand an altem Kreditgeld würde im Verlauf weniger Jahre durch Vollgeld substituiert, woraus der öffentlichen Hand einmalig eine entsprechend hohe Übergangs-Seigniorage zuflösse. Damit kann der öffentliche Schuldenstand abgebaut werden. Ende 2008 handelte es sich in Deutschland um Giralgelder in Höhe von 833 Mrd. Euro, darüber hinaus um Kreditschulden der Banken bei der Zentralbank in Höhe von 278 Mrd. Euro, zusammen 1.111 Mrd. Euro. Das entsprach 67 Prozent der gesamten Staatsschuld in Höhe von 1.652 Mrd. Euro zu diesem Zeitpunkt.

Diese Überlegungen stammen größtenteils aus der Initiative Monetative. Dort finden sich auch weitergehende Informationen.

Monetär weitermachen wie bisher ist inakzeptabel

Immer mehr Regulierung und Bürokratie ist ebenfalls kontraproduktiv. Was wir jetzt brauchen ist eine ordnungspolitische Antwort: Übergang vom Giralgeld zu Vollgeld und endgültige Etablierung der Zentralbanken als unabhängige Monetative.